040.468982700 hallo@samwaikiki.de

Design-Thinking ist die Methode der Wahl, wenn es darum geht, Produktinnovation auf das nächste Level zu heben. Die Auswahl an möglichen Seminaren und Workshops, die man zu diesem Thema besuchen kann, ist immens. Egal für welchen der vielen Anbieter und für welches der möglichen Formate man sich entscheidet, braucht es für die Teilnehmer aus hierarchisch strukturierten Unternehmen einen Perspektivwechsel, müssen sie sich persönlich auf die agile Methode einlassen. Und da liegt oft der Hase im Pfeffer. Was also tun, wenn der Kunde sich wünscht, man möge dem Marketingteam die Methode Design-Thinking näherbringen, um sie zu befähigen, künftig ihre Kreativ-Prozesse anders und zielführender zu gestalten?

Wir haben uns vom klassischen Design-Thinking Workshop gelöst und ein individuelles Format entwickelt. Begonnen haben wir im klassischen Seminarformat mit Bestuhlung in U-Form, Agenda und einem Rednerpult für den Moderator. Wie erwartet hat das zu erheblicher Irritation geführt, hatten die fünf Teilnehmer doch etwas ganz anderes erwartet. Die entstandene Irritation war der Ausgangspunkt, denn sie hat alle Beteiligten für den weiteren Workshop geöffnet. Sie haben gespürt, dass man Freiheit im Kopf nicht auf Ansage und Knopfdruck herstellen kann. Auch nicht, wenn der Wunsch nach Veränderung grundsätzlich die Erwartungshaltung an einen solchen Workshop bestimmt.

Zuerst haben wir die Unterschiede zwischen klassischem Training und Design-Thinking geklärt – im Training geht es darum, am Ende etwas zu können, beim Design-Thinking geht es darum Ideen zu entwickeln. Im Training sind nicht alle Gedanken erlaubt, da alles hin auf’s Ergebnis kanalisiert wird, kommt es beim Design-Thinking ausdrücklich genau darauf an: alle Gedanken sein zu lassen.

Dann kamen die Märchen ins Spiel: um nach dem doch eher theoretischen Vormittag die Köpfe und Herzen zu befreien, mussten die Teilnehmer innerhalb von 15 Minuten eine Sequenz aus dem Märchen Hänsel und Gretel einstudieren und in 5 Minuten vorführen. Und was genau hat das mit Design-Thinking zu tun? Es geht darum, schnell und agil Rollen zu verteilen – jenseits von Positionen und Hierarchie –, sich darauf einzulassen und sich in der Vorführung zu zeigen, etwas von sich zu geben. Ganz nebenbei bringt der Spaß an der Sache das Team zusammen und baut Hemmungen ab, kurz er macht Seele und Kopf frei für das was kommt: das Entwickeln von Fragen an die Kunden, mit dem Ziel deren Bedürfnisse zu ermitteln, sie ins Zentrum aller Entwicklung zu stellen.

Nach dem Disney-Prinzip haben wir Fragen entwickelt – und einmal mehr festgestellt, wie stark Menschen in bekannten Bahnen und Rastern denken, wie stark zunächst die immer schon gestellten Fragen kommen, nämlich die Fragen aus Unternehmenssicht, die Fragen mit einem bestimmten Ziel im Kopf. Doch genau darum geht es nicht: es geht um Ergebnisoffenheit, darum, sich als Unternehmen darauf einzulassen, dass die Bedürfnisse des Kunden führen.

Skeptisch ob der Offenheit der Fragen – „die haben ja gar nichts mit uns zu tun“ – haben die Teilnehmer Menschen auf der Straße befragt. Und waren sehr erstaunt, wie gut sich aus den Antworten wirklich freie und neue Ideen für Produkte entwickeln lassen.

Frei nach Design-Thinking im Märchenformat „und wenn die Ideen nicht gestorben sind, leben sie noch heute“.